Assen "Ducati-Clubrace"

Bevor wir nach Assen fuhren nutzten Claus, Karel und ich die Ducati4You- Veranstaltung in Oschersleben am 28. u.29.04. für das erste Rollout mit der gerade fertiggestellten cc-r 1098 R. Wir wollten ein Grund-Setup erarbeiten und diverse Einstellungen vornehmen. Leider hatten wir dort sehr wechselhaftes Wetter, Probleme mit dem Schaltautomaten sowie Probleme mit der Kondition des Rennfahrers, der nachdem er 12 Turns als Instuktor tätig war, leicht schwächelte. Claus übernahm dann die Testfahrten für den Schaltautomaten. Nachdem wir feststellten, daß der Schaltautomat defekt war, fuhr Claus am selben Abend nach Hannover, holte bei einem anderen Hersteller einen neuen und siehe da, nach dem nächtlichen Einsatz von Claus funktionierte der Schaltautomat perfekt. 

Claus und ich fuhren von Oschersleben direkt nach Assen, Karel legte einen Zwischenstopp ein und kam nach. Assen gehört zu meinen Lieblingsstrecken, sehr schnell und flüssig, bis auf den neuen Streckenteil, der ist nur überflüssig. Am Donnerstag war freies Training, auf Anhieb fuhr ich 1:49er Zeiten und war damit schneller als 2008 mit meiner 999 R im Qualifikationstraining. Sehr gute Aussichten also, alle waren zufrieden. Am Samstag fanden drei Qualifikationstrainings statt, nach dem 2. Training hatte ich den 4.Startplatz und war damit bester Deutscher Teilnehmer. Ich war mittlerweile bei 1:47er Zeiten angekommen und zufrieden. Im 3. Training dann, legte Harald Kitsch "Urgestein aus der IDM-Superbike" nach. Es schob sich noch der Niederländer Marjin Tieleman dazwischen und ich hatte nur noch den 6. Startplatz für das Rennen. Das war o.k. bei einem Feld mit 34 Startern. Ich fühlte mich wohl auf der 1098 R.


Sonntag 1.Rennen, kurz zuvor beginnt es zu regnen. Ich hatte keinerlei Erfahrung mit dem neuen Motorrad im Regen. Ich nehme es vorweg, dieses Rennen sollte das schlechteste für mich werden, daß ich bisher bestritten hatte. Was war passiert, ich hatte das Fahrwerk auf größtmögliche Handlichkeit getrimmt, d.h. vorne tief u. hinten hoch, handlich aber wenig Traktion am Hinterrad. Was sich auf trockener Strecke durch leichte Rutscher bemerkbar machte, war dann auf nasser Fahrbahn für mich nicht mehr zu kontrollieren. Ich musste 4 mal unfreiwillig die Strecke verlassen und das Feld fuhr währenddessen an mir vorbei. Ich hatte das Vertrauen zu dem Motorrad verloren und eierte herum, Zieleinlauf auf Platz 20. Frust pur.

Das 2.Rennen, die Strecke war fast trocken. Ich war hoch motiviert, die Schmach aus dem 1.Rennen musste unbedingt getilgt werden. Ich nahm meinen 6.Starplatz ein. Start - abgewürgt ! Was für ein Trottel saß da bloß auf dem Motorrad ? Ich hob die Hand nicht, die Anderen werden schon mitkriegen das ich stehe und mich nicht über den Haufen fahren, hoffte ich. Alle weg, ich starte dann als 34zigster. Kämpfe mich noch auf den 8.Platz nach vorne, fahre auf fast trockener Strecke 1:47er Zeiten somit 1 Sekunde schneller als J.Ilmberger u. R.Schädel vor mir. Meine Zeiten hätten gereicht um in den Kampf um Platz 2 einzugreifen. Hätte wenn und aber, hätte ich vielleicht mal Starts mit dem neuen Motorrad geübt, hätte ich eine Regenabstimmung gehabt, wäre ich vielleicht nicht der Trottel der Nation. Mein Team war trotzdem lieb zu mir, wäre ich der Teamchef ich hätte den Fahrer ausgetauscht.

A.Newiger